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Mai 18, 2009
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Dezember 9, 2008
Am Berliner Hermannplatz ist mal wieder der Teufel los. Oder besser: der Bär ist los. Also der Berliner Bär – sorry, solche Sätze kann ich mir nicht verkneifen. Mal ein bisschen poetisch sein, auch mal Metaphern benutzen! Das macht Literatur erst richtig wertvoll!
Zurück zum Hermannplatz. Es ist Markt und wenn man auf dem Markt auf dem Hermannplatz ist, geht man traditionell zu einer sehr berühmten Neuköllner Bratwurstbude. Ich also auch. Alle gehen dahin, weil es so gut schmeckt. Doch bevor man das heißbegehrte Mahl bekommt, geht man zunächst durch die Hölle. Womit bestätigt wäre: Am Hermannplatz ist doch der Teufel los! Die Damen vom Grill, meistens sind es so um die drei, haben ihre ganz eigene Art – ich nenne es: dreist-berlinerisch. So was gilt ja als Charakterzug. In Köln nennt man solche Leute, die kein Blatt vor den Mund nehmen und dabei extremes Kölsch reden, Urgesteine. Der Willy Millowitsch war zum Beispiel so ein „Urjestein“. Sein Sohn Peter wird diesen Status wohl nie erreichen. In abgeschwächter Form spricht man ja auch von „Typen“. Der unfreundliche Kioskbesitzer unten an meiner Wohnung in Köln ist zum Beispiel so eine Type. Eigentlich sind „Urgestein“ und „Type“ nur freundliche Beschreibungen für Menschen, die derbe einen an der Klatsche haben.
Ich stehe also in Berlin-Neukölln am Hermannplatz an der Wurstbude und vor Angst schlottern mir die Knie. Aber: Wer Wurst will, muss tapfer sein.
„Junger Mann! Wat darf et denn jetzte bei ihnen sein? Wollne se bestellen oder stehen se hier nur rum und staarn Löcher in de Luft?“
„Ich? Meinen Sie mich?“
„Ja, watt den nu? Ick bin doch och nich zum Spaß hier!“
„Ähm, eine Bratwurst bitte!“
„Ja?“
„Ja, eine Bratwurst.“
„Ja watt denn jetzte? Mit Darm oder ohne?“
„Wie, mit Darm? Das ist ja widerlich!“
„Hörne se mal – Sie sind hier nich der eenzije der ne Wurst will! Komme se ma ausn Puschen!… Warten se mal! Ick kenn Sie doch! Kenn ick Sie nich ausm Fernsehen? Sie sind doch der… na wie heißt der denn? Ilse! Kieck ma! Der ausm Fernsehen! Der immer de Leute uff de Schippe nimmt! Aber nich mit mir! Ilse, wie heißt denn der?“
Aber Ilse hat gerade keine Zeit für so was. Sie muss gerade einen anderen wurstwilligen Kunden anschnauzen.
„Jetzt hab ick es! Sie sind der Pocher! Ja aber na klar! Pocher! Ilse! Wie warn ditte? Bastian Pocher, wa?“
„Nee. Der heißt Oliver Pocher. Bin ich aber nicht. Dann eine Wurst, ohne – würg! – Darm bitte!“
„Nu warten se mal! Ick kenne sone Leute. Sie vom Fernsehen sind doch alle jleich! Menen, nur weil se mal hier und da dit Jesicht inne Kamera halten, menen se alle dit se von nem anderen Stern sind. Der Herr möchte wohl noch ne Extra-Behandlung, wa?“
„Entschuldigen Sie, ich war noch nie vor der Kamera im Fernsehen zu sehen.“
„Ah, jetzte hier wohl inkognito unterwegs wa? Der feine Herr Pocher! Erzählen se mir doch nix. Ick habe unter mir einen wohnen. Dem seine Tochter is och irgendwie mit dem Fernsehen. Ilse, wat war die Dschessika?“
Ilse schaltet sich ein: „Die Dschessika war mal beim Jauch uff dem Stuhl jesessen! Is aber nich dranjekommen. Die Millionen jewinnen eh immer nur die feinen Piefkes!“
„Na denn mal“, sage ich verlegen. „Ich hätte gerne die Wurst!“
„Nee, moment. Se sind doch nicht der Pochers! Jetzte wees ick! Klar, ick glob dit nich. Ick hab hier den Pastewka vor mir stehen! Richtig? Oliver Patewka!“
„Ach so. Nee. Der heißt Bastian Pastewka. Bin ich aber auch nicht.“
„Ilse! Dit ist der Oliver Pastewka! Sie ham aber noch een bisschen zujelegt, wa?“
„Ja. Sie haben recht. Ich bin der Oliver Pastewka aus dem Fernsehen. Und ich habe mittlerweile ein paar Kilo mehr drauf. Jetzt hätte ich gerne eine Wurst!“
„Ja, aber sicher der feine Herr! Kricht seene Wurst! Se sind ja nich der eenzije hier, der ne Wurst will. Ick saaje immer zu meen Mann: Im Fernsehen tun se immer alle so, aber wenndese uff de Straße triffst, wollnse von nix wat wissen. Se verdienen alle zu viel Moneten, saaje icke immer zu meen Mann. Wissen se eigentlich wat icke hier für krich? Dafür dat ick mir hier sone Leute antun muss? Dafür, dat icke hier Tach ein Tach aus die feinen Herrschaften bedienen muss?“
„Nein, weiß ich nicht. Aber Sie machen einen ganz wunderbaren Job. Und sind
sicher unterbezahlt. Eine Wurst bitte!“
„Ja, liecht ja schon uffm Grill. Glob ick nich. Muss icke mich hier behandeln lassen wie nen Hausmädchen. Dit sind se. Sind alle jleich.“
„Was muss ich tun, um eine Wurst zu bekommen?“
„Ah! Jetzte och noch mit Bestechung versuchen, wa? Ilse, der Oliver Pastewka fraacht, wat er für ne Wurst tun muss… Wie wäret et, wenn se ma witzig sind! Jetzte hier exklusiv für uns paar Männeken!“
„Was? Soll ich jetzt einen Witz erzählen oder was?“
„Ha! Wusste ick doch! Wennse nicht von irjend eenem watt jeschrieben bekommen, der ihnen saacht, was se zu tun haben, können se jar nich lustig sein… Saajen se mal: Ick hab ma eene Fraje, die müssen se mir aber jetzte noch beantworten: Die dicke, hier, wie war doch gleich ihr Name? Da, diese Ulknudel, nenn ick se jetzte ma. Mensch. Helga von Sinnen. Ist ditte een Begriff für Sie? Wie issn die so?“
„Sehr nett, sehr nett.“
„Die kann ick ja am Kopfe nich aushalten. Die jeht ma ja so uff die Senkel. Hat die privat och immer sone Anzüje an? Die is ja ne orijinal Hamburger, wa?“
„Hella – wie sie heißt – kommt aus Köln. Ja, richtig, ich mag sie auch nicht.“
„In Hamburg lofen die ja alle so rum. So, wat den nu?“
„Ja, die Wurst…“
„Na, Herr Pocher, kriegen’se uffs Haus! Aber janz exklusiv für Sie kredenzt! Damit der feine Herr och saachen kann: Die Damen vom Hermannplatz sind jute Wurst-Damen!“
Sie packt mir eine extra Portion Senf dazu, obwohl ich ja eigentlich gar keinen Senf wollte. Na ja egal. Jetzt bloß nichts falsch machen.
„Und wissen se wat, Herr Pastewko?“
„Hehehe, nee…“ Was kommt jetzt?
„Wir zwee beeden hübschen, wir machen ma jetzt wat janz dolles aus! In ihrer nächsten Sendung, Sie sind ja jetzt mit dem Harald Schmidt – die dreiste Sau – im Fernsehen zu sehen, wa? Beim nächsten mal jeben se ma in der Sendung nen Zeichen, so ne Art Gruß an mich, wa? Dit machen se ma schön!“
Ich gehe darauf erstmal ein, denn die Wurst hat die Dame immer noch in ihren Händen: „Ähm, wie genau stellen Sie sich das vor?“
„Na son Zeichen, als Gruß! So Daumen-hoch oder so was. Irjendwat, dit ich erkenne, dat se mich meenen!“
„Ok, mach ich, die Wurst bitte.“
Endlich überreicht sie mir die mittlerweile eiskalte in Darm gefasste Spezialität.
„Beim nächsten Mal mach ich den Daumen hoch!“
Doch die Wurst schmeckt mir nicht: Zum einen muss ich immer an den Darm denken, zum anderen hoffe ich bei Gott, dass Oliver Pocher bei seinem nächsten Fernsehauftritt in irgendeiner Weise seinen Daumen in die Kamera hält – ich möchte nämlich unbedingt mal wieder am Hermannplatz eine Wurst essen.
Ich verabschiede mich eilig und höre nur, wie mir noch ein „’Danke‘ sagen könnte der aber ma och ma, der blöde Dittrich!“
November 12, 2008
November 11, 2008
Eine Begegnung, wie sie jeden Tag millionenfach auf der Welt stattfindet…
Eines Morgens im vergangenen Sommer: Ich war gerade zu Besuch in meinem Heimatdorf, da ich wo ich aufgewachsen bin. Die ersten richtig warmen Sonnenstrahlen kamen heraus und da hatte ich eine Idee: Ab ins Freibad! In das schöne Waldfreibad, wo ich als Jugendlicher mit „meinen Leuten“ im Sommer fast jeden Tag abhing und zuschaute, wie andere ihre Sexualität entdeckten. Nun, ich war wie gesagt gerade zu Besuch da, genauer gesagt, bei meiner Mutter. Als ich hier meinen Plan schilderte, gab sie mir ohne zu zögern zu verstehen, dass sie mitkommt. Bevor ich überhaupt Einspruch erheben konnte, stand sie schon mit gepackter Badetasche vor mir. Wie schnell geht das denn? Das wundert mich sowieso immer wieder: Wie schafft es eine Frau, deren persönliche Bestzeit für die Strecke Ostwestfalen – Köln bei nicht unter 10 Stunden liegt, Taschen innerhalb von Sekunden zu packen? Ich werde es wohl nie verstehen… Es gab also kein Zurück: Wir gingen nun zusammen ins Freibad. Aber ist ja auch kein Problem, oder? Hallo? In meinem Alter ist das überhaupt gar nicht mehr peinlich, sondern cool! Wir legen uns ja nicht noch auf eine gemeinsame Decke auf die Wiese! Hallo?! Wie uncool wäre das denn??!! Sie sagte, dass sie vorsichtshalber mal noch ´ne Decke mitnehme, man weiß ja nie. Ja klar! Nimm du mal deine Decke mit!
Im Freibad angekommen, machte ich noch mal eindeutig klar, dass ich hier nicht zum Relaxen bin, sondern nur und ausschließlich um „ein paar Bahnen zu ziehen“. So heißt es zumindest immer bei Leuten, die supersportlich sind: Idioten relaxen im Bad, Sportler ziehen ja nur ihre 50 Bahnen und sind dann wieder weg. So wollte ich es auch machen. Alles ganz pragmatisch.
Ich schwamm dann superschnell. Einmal hat mich meine Mutter überholt. Wenn sie die Strecke Ostwestfalen – Köln schimmen würde, wäre sie definitv in unter 10 Stunden am Ziel. Aber sie muss ja immer das Auto nehmen!
Und dann, ganz plötzlich sah ich SIE… Karin! Karin war damals, als ich so um die 13 war, die neue, ganz fesche Bademeisterin im Freibad. Für uns eine angenehme Neuerung: So war doch der alte Bademeister ein ungefähr 200 Jahre alter Miesepeter. Wir hatten alle Angst vor ihm. Ich stellte mir vor, wie er tagsüber daran zehrte uns aus unerfindlichen Gründen ständig anzukacken und wie er abends, wenn das Bad geschlossen war, im wasserleeren Schwimmbecken eine Atombombe baute. Karin war anders, sie schnautze uns nicht an. Wir fanden sie äußerst cool, nicht zu letzt, weil wir relativ schnell mit ihr warm wurden. Wir durften bald in ihrer Bademeister-Hütte abhingen! Das hat unseren Status bei den anderen von den brillentragenden Namenlosen zu den Coolsten auf dem ganzen Schwimmgelände geändert. Zumindestens die coolsten mit Brille…
Ganz lässig saßen wir jetzt in ihrer Hütte und aßen Gummiteile und Pommes vom Freibadkiosk. Man stelle sich vor, man liegt ganz normal am Strand von Malibu und bräunt seinen gestählten Körper (mit Brille natürlich). Plötzlich kommt David Hasselhof mit Schimmboje in der Hand angejoggt und fragt dich, ob du Bock hast, mit ihm und Pamela Anderson auf dem Baywatch-Wachturm abzuhängen und Pommes zu essen. Und ungefähr so fühlten wir uns natürlich. Wir saßen also in der Hütte cool rum und grüßten die anderen durch die Scheibe nach draußen. Karin erzählte uns dann immer von ihren Party- und Sexeskapaden. Das fanden wir ziemlich abgefahren. Hätte Pamela Anderson auf dem Baywatch-Turm ja sicher auch gemacht. Nur Pommes essen ist ja langweilig. Mir ist erst später irgendwann mal aufgefallen wie uncool das eigentlich war: Sie, so ca. Mitte 20, wohnt im Nachbardorf und muss mit fünf 13-jährigen abhängen, um irgendjemanden ihre Erotikerlebnisse erzählen zu können. Arme Karin… Ich hab ihr sogar irgendwann mal eine Postkarte aus dem Urlaub ins Freibad geschickt. Da waren mehrere nackte Männerhinterteile drauf, weil sie vorher mal sagte, dass sie auf Ärsche von Männern stehe. Wow! Wahrscheinlich weil sie selbst untenrum ziemlich breit war. Und dann erinnere ich mich noch, dass sie immer erzählte, dass sie bei McDonald’s gerne einen BicMäc und Pommes bestellte und dann ganz revolutionär die Pommes in den BicMäc stopfte! Wow! Was für Erinnerungen an eine ganz besondere Frau! BicMäc-Karin!
Na ja, wie gesagt, jetzt sah ich sie also wieder. Sie sah alt aus und war jetzt obenrum genauso breit wie unten. Dann passt es wenigstens… Ich stellte mir vor, wie ich zu ihr hingehe und sie begrüße. Aber, ganz ehrlich: Woher sollte ich die Gewissheit haben, dass sie nicht nachher den Pommes essenden 13-Jährigen in ihrer Bademeister-Hütte erzählt, was sie mit mir alles angestellt habe heute morgen? Obwohl ich nur „Hallo“ zu ihr gesagt habe! Aber soweit kam es sowieso nicht. Auch wenn mein Respekt ihr gegenüber mittlerweile sehr gering war, so wollte ich doch nicht, dass sie mich mit meiner Mutter sieht. Sie sollte mich weiterhin so in Erinnerung haben, wie sie mich damals kennen gelernt hatte: Als 13-jähriger Pommesesser mit Brille. Gerade als ich an ihr vorbeiging, schwang ich mir schwungvoll mein Handtuch über die Schultern, so dass sie erst gar keine Chance hatte, mich anzusprechen, sofern sie mich überhaupt erkannt hat…
Ja, eine traurige Geschichte braucht auch ein trauriges Ende! Ich geh‘ da nie wieder hin!!
November 10, 2008
Guten Morgen!
Ich habe ja schon viele Tiefpunkte erlebt – rappel mich aber immer wieder gekonnt hoch. Ich sag nur: Stehaufmännchen! Doch was mir jetzt passiert ist… Und ich war völlig passiv dabei!!
Ich schaute mir auf Arte (Ja, Herr MRR, sie hören richtig!) eine Dokumentation über ein Konzert der Rolling Stones von 1969 an. Und dachte so bei mir: Wow! Was für ein Leben! Zum Zeitpunkt des Konzerts waren Mick Jagger und Keith Richards exakt in dem Alter, in dem ich mich heute befinde. Die Jungs haben sich eine Droge nach der anderen reingepfiffen, sind mit dem Hubschrauber durch die Welt geflogen und konnten machen, was sie wollten! Und was mache ich? Ich sitze mit meiner Mutter auf dem Sofa, schaue mir diese Doku an und wir essen beide ein Magnum-Eis! Geht’s schlimmer? Nein – warte! Es war noch nicht mal ein echtes Magnum, es war die Aldi-Fälschung: Mucci!!! Na ja, Mick und Keith haben sich die Rübe weggekokst und ich ess mit meiner Mutter auf dem Sofa sitzend ein gefälschtes Eis am Stiel! Gute Nacht…
November 9, 2008
Hier kann man Geschichten aus meinem Leben lesen. Oft ist mein Leben sehr dramatisch. Doch ich bin ein Stehaufmännchen – durch meinen riesengroßen Optimismus winde ich mich aus nahezu jeder brenzligen Situtaion gekonnt und anmutig wieder heraus.